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Kurzinterview: Worin sich menschliche und Künstliche Intelligenz unterscheiden

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28.05.2018
Hamburg Kreativ Gesellschaft: Frau Lenzen, als Wissenschaftsjournalistin schreiben Sie über Themen aus Kognitionswissenschaften, Psychologie, Evolutionstheorie und Künstlicher Intelligenz. Worin unterscheidet sich die menschliche von der künstlichen Intelligenz?
 
Frau Lenzen: Vor allem ist menschliche Intelligenz flexibel. Wir können uns auf immer neue Situationen einstellen. Künstliche Intelligenzen sind Spezialisten. Sie können manche Dinge besser und schneller als der Mensch, dafür aber nichts anderes. Und die menschliche Intelligenz ist auf Engste mit dem menschlichen Körper verbunden, der z.B. regelt, was wir wie wahrnehmen können. Wie intelligent die Künstliche Intelligenz werden kann, ohne sich daran zu orientieren, ist unklar.
 
Hamburg Kreativ Gesellschaft: Was verstehen Sie unter Kreativität und kann Kreativität Ihrer Meinung nach künstlich sein?
 
Frau Lenzen: Kreativität ist die Fähigkeit, etwas Neues zu finden, das schön, nützlich, interessant oder sonst wie wertvoll ist. Dabei kann es sich ebenso um ein Kunstwerk wie um eine Lösung für ein technisches Problem handeln. Das kann durchaus auch einer Maschine bzw. einem Programm gelingen. Ob es gelungen ist, wird allerdings der Mensch entscheiden. Wie Kreativität funktioniert, ist aber auch beim Menschen noch gar nicht richtig verstanden.
 
Hamburg Kreativ Gesellschaft: Gibt es noch Unterschiede zwischen den Produkten menschlicher und künstlicher Intelligenz?
 
Frau Lenzen: Künstliche Intelligenz analysiert, variiert und kombiniert die Produkte der menschlichen Intelligenz und ist insofern auf sie angewiesen, etwa wenn ein Programm neue Choräle im Stil Johann Sebastian Bachs generiert. Das bedeutet allerdings, vor allem in der Musik, nicht, dass der Mensch im Einzelfall in der Lage ist, zu entscheiden, ob er es mit dem Produkt eines Programms oder eines menschlichen Geistes zu tun hat. Bei Bildern und vor allem bei Texten sind die Programme noch nicht besonders gut. Da merkt man, dass sie nicht verstehen, womit sie umgehen.
 
Vielen Dank für das Gespräch!

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