Mind the Progress 1.10.2022 Kongress für Netzkultur und digitale Gesellschaft

Anna-Verena Nosthoff

Anna-Verena Nosthoff ist Philosophin, politische Theoretikerin und Ko-Direktorin des Data Politics Lab an der Humboldt Universität zu Berlin. Zudem ist sie Research Associate am Institute of Network Cultures (Amsterdam). Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören die Technopolitiken und Ökonomien des „Metaverse“, Digitalisierung und Demokratie, plattformökonomische Macht-, Regierungs- und Herrschaftsformen, die Politik sozialer Netzwerke sowie die Geschichte und Kritik der Kybernetisierung. Nosthoff forschte zudem zur kritischen Theorie und der Philosophiegeschichte des 20. Jahrhunderts. Ihre Aufsätze sind in zahlreichen internationalen Fachzeitschriften, darunter Thesis Eleven, BehemothLeviathan, Cultural Politics, Jahrbuch TechnikphilosophieZeitschrift für Politikwissenschaft, Culture,Theory & Critique, Critical Research on Religion sowie in Sammelbänden erschienen. Als Publizistin veröffentlicht sie regelmäßig u.a. in der FAS, der NZZRepublik, Deutschlandfunk Kultur, Tagesspiegel, Wirtschaftswoche, Internazionale, Le Temps. 2019 erschien ihr Buch "Die Gesellschaft der Wearables" (Nicolai, geschrieben mit Felix Maschewski). 

 

3 Fragen an Anna-Verena Nosthoff

Wir freuen uns auf die Keynote "The Future of Self-Tracking: Digitale Emanzipation oder soziale Kontrolle?" von Anna-Verena Nosthoff und Felix Maschewski und haben ihnen zur Vorbereitung drei Fragen gestellt. 

Worüber werden Sie bei Mind the Progress sprechen?

Ich spreche gemeinsam mit Felix Maschewski über die Vergangenheit und Zukunft des Self-Trackings und über die Ambivalenz gegenwärtiger Praktiken der Selbstvermessung zwischen individueller Emanzipation und sozialer Kontrolle.

Auf welche digitale Zukunftsvision freuen Sie sich und worauf können Sie verzichten?

Ich freue mich auf (daten-)gerechte, inklusive, partizipative, nachhaltige digitale Städte, die Alternativen zu den gängigen Extraktionsmodellen des Überwachungskapitalismus aufzeigen und verdeutlichen, dass eine Vergemeinschaftung von Daten und Modelle der kollektiven Data-Governance zu einer demokratischeren Lebenswelt und damit auch zu einer offenen Zukunft beitragen können. Weniger freue ich mich auf eine Fortführung bzw. die Verlängerung des kommerziellen Internets und seiner Monopole in die Sphären des sogenannten “Metaverse”, das – wie man bei den AR/VR-Technologien bereits sehen kann – wohl sehr stark von wenigen mächtigen Konzernen geprägt zu werden scheint.

Wen würden Sie gerne einmal auf einer Mind-the-Progress-Bühne sehen?

Gern würde ich kritische Forscherinnen sehen, die in den vergangenen Jahren mit großem Engagement und Nachdruck den Diskurs um digitale Gerechtigkeit geprägt und aufgezeigt haben, dass und in welcher Form Daten politisch sind, wie etwa Ruha Benjamin, Safiya Noble, Virginia Eubanks, Zeynep Tufekci oder Cathy O’Neil.

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