Mind the Progress 1.10.2022 Kongress für Netzkultur und digitale Gesellschaft

Felix Maschewski

Felix Maschewski ist Kultur-, Medien und Wirtschaftswissenschaftler, Reseacher am Data Politics Lab (HU Berlin) und dem Institute of Network Cultures (Amsterdam). Neben seiner akademischen Forschung zur Mediatisierung von Macht im digitalen Kapitalismus – von den Technopolitiken sozialer Medien bis hin zu den soziopolitischen Wirkweisen tragbarer Technologien (Wearables) – schreibt er seit Jahren als Publizist in namenhaften Medien (Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, Neue Zürcher Zeitung, Republik, Tagesspiegel, Wirtschaftswoche, Philosophie Magazin, Le Temps, Jacobin etc.) regelmäßig Essays, die den digitalen Wandel, seine ästhetischen Dimensionen, vor allem die polit-ökonomischen Konsequenzen nachzeichnen. 2019 erschien sein Buch „Die Gesellschaft der Wearables. Digitale Verführung und soziale Kontrolle“ (zus. mit Anna-Verena Nosthoff). 2021 erhielt er den Surveillance-Studies-Preis für die Arbeit „Der plattformökonomische Infra-Strukturwandel der Öffentlichkeit“ (ebenfalls zus. mit Anna-Verena Nosthoff).

 

3 Fragen an Felix Maschewski

Wir freuen uns auf die Keynote "The Future of Self-Tracking: Digitale Emanzipation oder soziale Kontrolle?" von Anna-Verena Nosthoff und Felix Maschewski und haben ihnen zur Vorbereitung drei Fragen gestellt. 

Worüber werden Sie bei Mind the Progress sprechen?

Ich spreche über „the future of self-tracking“, d.h. über Verheißungen und Verfänglichkeiten der Selbstvermessung, die sich in den letzten Jahren – orchestriert von Konzernen wie Apple und Alphabet – immer weiter ausformte bzw. uns mehr und mehr zu formen scheint. Was mich und uns (ich halte den Vortrag ja mit Anna-Verena Nosthoff) besonders interessiert, ist die Frage, wie es zu dieser Normalisierung des Self-Trackings gekommen ist, wie aus einer Praxis einzelner Geeks ein so großer Trend und ein immer wichtigerer Sektor (auch was die medizinische Forschung angeht) werden konnte und welche Zukunft sich in der heutigen Gegenwart konturiert. Das wird spannend.

Auf welche digitale Zukunftsvision freuen Sie sich und worauf können Sie verzichten?

Anstatt mich in die wunderbaren, etwas aseptisch anmutenden Welten des Metaverse zu imaginieren, würde ich mich auf eine digitale Zukunft freuen, die auf konkrete Probleme – von der Coronakrise bis zur Klimakatastrophe – Antworten sucht; die dabei die Potentiale des Digitalen wirklich ausschöpft und sich so manche Fallstricke bewusst macht. Eine Zukunft, in der wir datensouverän mit digitalen Services und Devices umgehen, in der sich z.B. individuelle Gesundheitsdaten für medizinische und dem Allgemeinwohl dienende Forschungsprojekte spenden lassen, ohne allein auf die Infrastrukturen von Big Tech und Co angewiesen zu sein. Eine Zukunft also, in der wir die (Macht-)Strukturen des Digitalen hinterfragen, vor allem demokratischer, partizipativer und vielstimmiger gestalten.

Wen würden Sie gerne einmal auf einer Mind-the-Progress-Bühne sehen?

Francesca Bria. Weil ihr es gelingt, den Problemen des Digitalen konkrete Lösungen gegenüberzustellen, weil sie nicht auf vorgefertigte Narrative (von Big Tech etc.) und Buzzwörter reinfällt, sondern mit ihrer Arbeit (z.B. für die „rebel city“ Barcelona) eigene Geschichten geschrieben hat, die mehr als nur inspirierend sind.

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